Jürgen Rüttgers Kindheit und Jugend
Jürgen Rüttgers wurde am 26. Juni 1951 in Köln als Sohn eines Elektromeisters geboren. In Pulheim besuchte er die Volksschule, bevor er 1961 auf das Apostelgymnasium in Köln-Lindenthal wechselte. In seiner Kindheit und Jugend verbrachte er viel Zeit bei den Pfadfinder, er war Mitglied der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. 1969 machte Rüttgers sein Abitur und begann danach an der Universität Köln ein Studium der Rechts- und Geschichtswissenschaft. Während des Studiums wurde er 1970 Mitglied der CDU und trat in die Katholische Deutsche Studentenverbindung Rappoltstein Straßburg zu Köln im CV ein.
1975 absolvierte Rüttgers sein erstes, 1978 sein zweites Staatsexamen und beendete 1979 an der Universität Köln seine Promotion über "Das Verbot parteipolitischer Betätigung im Betrieb". Die berufliche Laufbahn begann er von 1978 bis 1980 als Referent beim Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen, danach arbeitete er bis 1987 als Erster Beigeordneter der Stadt Pulheim für Stadtentwicklung, Finanzen und Umweltschutz. Beinahe zeitgleich fing Rüttgers Karriere in der CDU an. Zunächst war er von 1980 bis 1986 als Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland tätig, seit 1981 als Mitglied im Landesvorstand der CDU Rheinland bzw. Nordrhein-Westfalen und übernahm 1985 den Vorsitz des CDU-Kreisverbandes Erftkreis.
Politischer Werdegang ab 1987
1987 zog Jürgen Rüttgers erstmals für die CDU in den Deutschen Bundestag ein und wurde sogleich mit dem Vorsitz der Enquete-Kommission „Technikfolgenabschätzung und -bewertung“ betraut. Auf Bundesebene war er außerdem seit 1989 Parlamentarischer Geschäftsführer und von 1991 bis 1994 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In Nordrhein-Westfalen wählte ihn die CDU 1993 zum stellvertretenden Vorsitzenden. Nach der Bundestagswahl vom 17. November 1994 wurde Rüttgers unter Helmut Kohl Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Das Ministerium war zuvor durch die Zusammenlegung des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft und des Bundesministeriums für Forschung und Technologie neu geschaffen worden und trug den Beinamen „Zukunftsministerium“.
Als Bundesminister setzte Rüttgers 1995 die Bafög-Reform durch und versuchte eine Reform des Hochschulrahmengesetzes, die allerdings im Bundesrat scheiterte. Unter seiner Federführung wurde außerdem das Informations- und Telekommunikationsdienstegesetz ausgearbeitet und 1997 verabschiedet. Nach der verlorenen Bundestagswahl vom 26. Oktober 1998 bekleidete Jürgen Rüttgers das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und übernahm die Bereiche Innen- und Rechtspolitik. In den Bundestag war er über die Landesliste Nordrhein-Westfalen gelangt. 1999 wurde er nach dem Rücktritt Norbert Blüms von seiner Partei zum Landesvorsitzenden in Nordrhein-Westfalen gewählt.
Ab April 2000 war er außerdem einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Im selben Jahr trat Jürgen Rüttgers bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen als Spitzenkandidat der CDU an, konnte die Wahl aber nicht für sich entscheiden. Er zog aber in den Düsseldorfer Landtag ein und legte dafür sein Bundestagsmandat nieder. Im Landtag übernahm er die Aufgabe des CDU-Fraktionsvorsitzenden. Aus der nächsten Landtagswahl im Mai 2005 ging die CDU als Siegerin hervor und konnte gemeinsam mit der FDP eine mehrheitsfähige Koalition bilden. Am 22. Juni 2005 wurde Jürgen Rüttgers zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt. Damit löste er erstmals nach 39 Jahren die SPD als stärkste Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland ab. Bei den Landtagswahlen 2010 in Nordrhein-Westfalen trat Rüttgers abermals als Spitzenkandidat seiner Partei an. Die von ihm geführte Regierung aus CDU und FDP verpasste es jedoch, erneut eine Mehrheit im Landtag zu erringen. Da aber auch die anderen Parteien in den Koalitionsverhandlungen zunächst zu keinem positiven Ergebnis kamen, führte Rüttgers gemäß der Landesverfassung die Regierungsgeschäfte weiter. Erst nach der Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin am 14. Juli 2010 wurde er schließlich abgelöst. Wenige Tage später trat er von seinen übrigen politischen Ämtern zurück.
Seit März 2011 arbeitet Jürgen Rüttgers für die Rechtsanwaltskanzlei Beiten Burkhardt in Düsseldorf und beginnt im Sommersemester eine Lehrtätigkeit an der Universität Bonn.

