Jürgen Rüttgers im Amt als Landesvorsitzender der CDU

Der heute 60-Jahre alte Jürgen Rüttgers wurde als Sohn eines Elektromeisters geboren und besuchte ab 1961 das Apostelgymnasium in Köln-Lindenthal. Nach seinem Abitur absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte. Er promovierte 1979 zum DR. jur. an der Universität zu Köln.

1970 tritt Rüttgers der CDU bei. 1980-1986 betätigt er sich als Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland,wird 1985 zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Rhein-Erft gewählt. Kontinuierlich treibt er seine politische Karriere voran. Nach Norbert Blüms Rücktritt wird er als NRW-Landesvorsitzender sein Nachfolger. Bundespolitisch tritt er im 5. Kabinett Kohls als Mitglied der Bundesregierung erstmals in Erscheinung. Gleichzeitig leitet er die Enquete-Kommission "Technikfolgenabschätzung und -bewertung". 1994 leitet er das Ministerium für Bildung,Wissenschaft,Forschung und Technologie, das sogenannte "Zukunftsministerium". Nach der verlorenen Ministerpräsidentschaftswahl in NRW von 2000, kanidiert er 2005 erneut und wird gewählt. Er bildet zusammen mit der FDP eine Koalition im Landtag. 2010 verliert die CDU/FDP-Landeskoalition ihre Mehrheit. Da es aber keiner Partei gelingt, erfolgreiche Koalitionsverhandlungen zu führen, bildet sich eine Minderheitsregieung aus SPD und Grüne, welche allerdings auf die Toleranz der Linken angewiesen ist. Jürgen Rüttgers kündigt im Juni 2010 den Rückzug aus allen politischen Ämtern an.

Jürgen Rüttgers CDU LandesvorsitzenderIn seinem Amt als Ministerpräsident für Bildung,Wissenschaft,Forschung und Technologie setzt Rüttgers die Erhöhung der Bafög-Bezüge und die Einführung des Meister-Bafögs durch. Er positioniert sich als Befürworter der Biotechnologie, der Präimplantationsdiagnostik und wirbt für die Akzeptanz von Genfood, dies allerdings nur unter Vorbehalt einer Kennzeichnungspflicht. In seiner 2007 veröffentlichten Streitschrift "Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben" vertritt er entgegen der Auffassung des rechten CDU-Flügels die Ansicht, Steuersenkungen für Unternehmer seien keine Garantie dafür, dass mehr Arbeitsplätze entstünden. Wiederum ganz im Sinne seiner Partei spricht er sich gegen den EU-Beitritt der Türkei aus. In einem Interview kritisiert er die Einwanderungspolitik der amtierenden Regierung, woraus dann der Slogan "Kinder statt Inder" abgeleitet wird. Dies bringt ihm harsche Kritik ein und fördert seine Wahlniederlage als NRW- Ministerpräsident im Jahre 2000. 2005 äußert er in einem N24 Interview, dass die katholische Kirche und ihr Menschenbild anderen Religionen überlegen sei. Immer wieder muss sich Rüttgers dem Vorwurf des Rassismus stellen. Negative Schlagzeilen macht auch die sogenannte "Sponsoring-Affäre". In Werbebriefen sollen unter anderem Einzelgespräche mit Rüttgers an Firmen verkauft werden. Hierdurch ergibt sich der Verdacht, dass auf diese Weise illegale Parteispenden an die CDU fließen sollen.

Nach seinem politischen Ausstieg arbeitet Jürgen Rüttgers als Berater für eine Anwaltskanzlei. Neu ist seine Kandidatur als Cheflobbyist bei der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER). Es gibt allerdings mehrere geeignete Gegenkandidaten, die Nachfolgerwahl findet am 3. Mai statt.