Die Mitgliedschaft Jürgen Rüttgers in der CDU
Jürgen Rüttgers ist seit 1970 Mitglied der CDU und nahm innerhalb der Partei verschiedene exponierte Ämter ein. Seine Stellung in der Christdemokratischen Partei ist einerseits von seinem katholischen Menschenbild, andererseits von seiner Nähe zur Arbeiterschaft geprägt. Doch auch kontroverse Diskussionen beeinflussten immer wieder seine Position.
1970, mit 19 Jahren, trat Jürgen Rüttgers in die CDU ein. Er wuchs im katholisch geprägten Rheinland auf, drückte auf dem Kölner Gymnasium die gleiche Schulbank wie Konrad Adenauer (allerdings auf der Pulheimer Schule auch dieselbe Bank wie August Bebel), sein Vater war ein mittelständischer Unternehmer. Der Schritt in die CDU war für einen politisch interessierten jungen Menschen somit folgerichtig. Von 1980 - 1986 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland. Die Junge Union, die Jugendorganisation von CDU und CSU, ist die mitgliederstärkste Organisation ihrer Art in Deutschland und Europa. Seit 1981 ist er im Landesvorstand der CDU Rheinland beziehungsweise Nordrhein-Westfalen, 1985 wurde er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Erftkreis, seinem Heimatkreis, über den er auch 2005 und 2010 in den Düsseldorfer Landtag jeweils durch ein Direktmandat einzog. 1993 wurde er stellvertretender Vorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen, 1999 Vorsitzender. Von April 2000 bis November 2010 war er einer von vier stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU.
Helmut Kohl schätzte Jürgen Rüttgers als effizienten Parteiarbeiter, Abgeordneten und Politiker. Lange Zeit galt Rüttgers als eher arbeiterfreundlich, auch "links", als "roter Schwarzer", loyal, Bündeleien wie dem sogenannten Andenpakt der CDU eher fremd (zu dem er ausdrücklich nicht gezählt wurde). In den 2000er Jahren wurde er einige Male mit scheinbar rechtsgerichteten Positionen gegen "Überfremdung" zitiert, unter anderem mit "Kinder statt Inder", eine Äußerung, die verkürzt wiedergegeben wurde. Denn Rüttgers hatte eher moderat der Nachrichtenagentur AP erklärt, man solle die eigenen Kinder an die Computer schicken, ehe man als IT-Fachkräfte um jeden Preis Inder ins Land holen müsse. Es war dabei um eine Diskussion wegen der Einführung der Green-Card gegangen. Es folgten auch Äußerungen über Arbeiter in Rumänien und chinesische Investoren, die jedoch stets aus dem tatsächlichen Zusammenhang gerissen wurden: Rüttgers spitzte Probleme der Globalisierung verbal zu, mit denen sich ein Politiker heute auseinandersetzen muss. Sein katholisches Wertebild unterstrich er in einem N24-Interview mit Michelle Friedmann, in welchem er sich klar zum Menschenbild seiner Kirche bekannte. Damit nimmt Rüttgers seit einigen Jahren eine konservative Position in der CDU ein, die der Partei nicht schaden kann. Er tendiert allerdings zu Polarisierungen und Zuspitzungen.
